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"LASST DIE ALTEN STERBEN" Interviews mit Juri Steinhart/Jessy Moravec/Olivia Lina Gasche

13.10.2017

 

Selten hat die Schweiz so einen Film gesehen. Der junge Filmregisseur Juri Steinhart hat eine herrliche Komödie abgedreht. Zum Teil ist der Film ziemlich derb inszeniert, er wurde mit unheimlich viel schwarzem Humor realisiert. Er könnte sogar einen Kultstatus schaffen!

Zum Inhalt:

Wie kann eine junge Generation, überbetreut in einem romantisch verklärten 68er Elternhaus, dieser alten Generation etwas entgegensetzen? In dem man selbst zum Hausbesetzer wird, die "Alten" kopiert und selbst erfährt, was die "Alten" damals als Heldentat bezeichnen. Gleichzeitig aber stellt die junge Generation dann fest, dass eine Kopie keine Garantie für Freiheit ist. Stattdessen beginnt sich eine eigene Identität herauszubilden.

 

Der Film ist absolut sehenswert, hervorragend inszeniert, top besetzt und einzigartig in seiner Gesamtwirkung, absolut sehenswert. Mehr zum Film findet ihr auf www.lasstdiealtensterben.ch. Wir haben hier ein kurzes Statement von Juri Steinhart, sowie den Trailer:

Das Interview mit den beiden Darstellerinnen Jessy Moravec und Olivia Lina Gasche gibt es hier:

 

Master Pi.: Liebe Jessy, liebe Olivia, ihr spielt beide sehr coole Rollen im Film «Lasst die Alten sterben». Der Trailer wirkte auf mich wie eine starke Kritik an der Verklärung der bürgerlichen Verhältnisse. Tatsächlich ist es so, wenn man den Film gesehen hat, dass er viel viel mehr Aussagekraft hat. Teilweise hat er mich sogar an einen Kultfilm erinnert, den er mal werden könnte. Er ist wirklich sehr toll gelungen und hat für mich viel mehr Aussagekraft als eine «gewöhnliche» Komödie:

 

1. Ihr seid beide aktiv im Ausland als Schauspielerinnen. Wie kam es zu der Besetzung der Rollen?

Jessy Moravec: Juri hatte mich davor in Filmen gesehen und wir haben uns getroffen und gequatscht. Danach hat er mir geschrieben, dass er mich gerne besetzen würde.

Olivia Lina Gasche: Erst war ein Videocasting, danach ein persönliches Vorsprechen.

 

2. Juri verwendet im Film eine sehr derbe Sprache und Stilmittel. Waren die Dreharbeiten hart?

JM: Gar nicht.. eher ein bisschen zu lustig manchmal. Da wird man schnell unkonzentriert.

OG: Nein es war eine gute Atmosphäre. Ich war leider nicht dabei, als das Loch in die Wand geschlagen wurde...das hätte bestimmt "hart" Spass gemacht.

 

3. Wie war für euch das Gefühl, wie die damals Alternativen in einer Kommune zu wohnen?

JM: Es hat Spass gemacht, da wir uns alle gut verstanden haben.

OG: Judith (Olivia spielt Judith, eine erziehende Mutter eines Kleinkindes) war nie wirklich begeistert von der Idee in einer Kommune zu leben. Aber die "Set"Kommune war cool- tolles Team, Cast wie Crew.

 

4. Ihr spielt beide die Rolle sehr überzeugend und ausdrucksstark. Wie habt ihr euch vorbereitet auf die Rolle?

JM: Ich bereite mich nie lange vor. Ich suche mir Musik zusammen, die zu der Figur passen könnte und schaue was passiert wenn ich sie höre. Ah doch.. ich hab eine Doku über Femen geguckt.

OG: Eine Dozentin hat mal gesagt, dass du deinen persönlichen Schlüssel zur Figur wie ein Geheimnis aufbewahren sollst....das mache ich genau so;-) Was mir aber auf jeden Fall wichtig war ist, dass ich gemeinsam mit dem Filmvater das Filmbaby vor den Dreharbeiten besuchen konnte:)

 

5. Hat sich eure Meinung über die damalige Generation geändert, nachdem ihr euch in diese hineinversetzen konntet?

JM: Es ging für mich nicht um die damalige Generation. Meine Figur hatte letztendlich sehr wenig mit einem damaligen Punk zu tun. Julia hat ganz andere Probleme. Sie interessiert es herzlich wenig, gegen wen oder was demonstriert wird. Hauptsache sie kann ihre Brüste zeigen und kriegt Aufmerksamkeit.

OG: Ich könnte mir wie ich heute lebe nicht vorstellen Teil einer Kommune zu sein. Und damals..ja da müsste ich"damals"erlebt haben.Für Judith ist es auch nur eine Notlösung, nichts anderes.

 

6. Eigentlich haben Frauen sich damals angefangen, von Kinder/ Küche/Kirche zu befreien. Wie sehr ihr eure Rollen als Frauen in dem Film und wie denkt ihr steht es heute im Filmgeschäft für Frauen?

JM: Unsere Frauenrollen sind zwei sehr stark gegensätzliche Klischee Frauenbilder. Es wäre schön, wenn es mehr weibliche Charakterrollen geben würde. Es kommen zwar immer mehr, aber im Vergleich zu den männlichen Rollen sind es doch noch sehr viele Durchschnittsrollen.

OG: Judith und Julia zeigen 2 Frauenklischees, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sonst finde ich die Frauenquote immer noch zu niedrig. Da darf sich meiner Meinung nach noch einiges ändern. Was die Jungs können, können wir Mädels genauso:)

 

7. Welche Szenen haben euch am meisten Spass gemacht zu drehen?

JM: Die Kommunensitzungen und Kommunenpartys.

OG: Die haben alle Spass gemacht.

 

8. Der Film ist beim ZFF bereits angelaufen, habt ihr persönlich Reaktionen bekommen?

JM: Sehr viele Komplimente von Frauen, die ihren Respekt bezüglich der Nacktszenen ausgesprochen haben. Das war schön zu hören. Es war nicht einfach für mich, diese Szenen zu drehen oder zu sehen. Da war ich froh was positives von Frauen zu hören :D

OG: Die Szene zwischen Kevin und Judith hätte berührt..was mich wiederum berührt hat. Allgemein gab es auch viel zu lachen- was natürlich toll ist.

 

9. Was sind eure nächsten Filme?

JM: Viele eigene Projekte. Als nächste kommt "Mario" von Marcel Gisler in die Kinos.

OG: Es geht wieder auf die Bühne. Denn der in der Schweiz gedrehte indonesische Kinofilm Satu Hari Nanti feiert im Dezember seine Premiere.

 

10. Was würdet ihr gerne einmal für eine Rolle übernehmen?

JM: So ziemlich alles an aussergewöhnlichen Rollen. Von Queen bis zu Junkie... ich freu mich auf alles solange es gut geschrieben ist.

OG: Da bin ich weltoffen, freue mich über neue Herausforderungen, spannende Charaktere & Drehbücher...damals hätte ich gerne "Die Piratenbraut" gespielt.( Auch Frauen sind gute Piraten).

 

Vielen Dank für das Interview!

 

Jessy Moravec lebt seit 5 Jahren in Berlin und arbeitet mit ihrer Kollegin Tizia Florence an eigenen Projekten (unter www.gormazing-unicorns.com) und gibt im Rahmen von Filmkids.ch Schauspielunterricht für Kinder und Jugendliche. Zeitgleich arbeitet sie weiterhin als Schauspielerin und ist nächstes Jahr im Kinofilm "Mario" von Marcel Gisler erneut an der Seite von Max Hubacher zu sehn.
www.jessymoravec.com

 

Olivia Lina Gasche stammt aus Solothurn. Die junge Schauspielerin lebt ebenfalls seit einiger Zeit in Berlin. Demnächst wird sie in dem indonesischen Film Satu Hari Nanti zu sehen sein, der im Dezember startet und in der Schweiz gedreht wurde.

www.olivia-lina.com

 

 

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